Archiv für Juni 2009

Versager in weiß

Juni 1, 2009

Um 10.22 Uhr kam der Anruf: „Papa, ich bin in der Schule vom Baum gefallen, jetzt tut mir der Arm so weh. Bin im Sekretariat der Schule, Du möchtest mich bitte abholen“.

Also ab von der Arbeit hin zur Schule. Dort holte ich meinen 12-jährigen Sohn ab und fuhr direkt zu unserer Hausärztin in Ruppichteroth. Es waren nur zwei Patienten vor uns und so kamen wir schnell dran. Da sie einen Bruch nicht ausschließen konnte war der Weg ins Krankenhaus zum röntgen unumgänglich. Um kurz nach 12 kamen wir also im Krankenhaus Waldbröl an. Mit dabei hatten wir den Überweisungsschein aus dem der Verdacht auf eine Fraktur hervorging. Vor uns war nur eine Patientin, wir hatten Hoffnung auf eine schnelle Behandlung. Man ließ uns nach Aufnahme der Patientendaten dann erst mal warten. Als mein Sohn dann nach ca. 2 Stunden weinen fragte wann er denn dran sei hatte sich der Warteraum schon deutlich gefüllt. Ca. 20 Personen warteten nun wie wir auf ihre Behandlung. Eine freundliche Schwester wollte dann nach schauen wann den mein Sohn dran sei, daraufhin bekamen wir mit wie erst mal hektisch nach den Papieren gesucht wurde.

Nach fast 3 Stunden wurde er dann aufgerufen. Noch im Gang zu den Behandlungräumen wartete der Arzt Dr. K. J. auf uns. Zunächst mal telefonierte er. Als er dann Zeit für uns hatte fragte er was passiert sei, schaute sich den Arm kurz an, fragte wo es weh täte und ob sonst noch irgendetwas schmerzte. Das ganze dauerte ohne Übertreibung nur wenige Sekunden, wir standen immer noch im Gang. Er stellte fest das geröntgt werden müsse.

Nun war ich doch mehr als genervt und bemerkte das wir das doch schon von unserer Hausärztin wussten und fragte warum wir dafür solange warten mussten. Er sagte das sich ein Arzt das doch anschauen müssen, als wenn Frau Dr. T.A. keine Ärztin wäre sagte ich und ging mit meinem Sohn zum röntgen, nicht ohne noch vor mich her zu schimpfen.

Nun ging es schneller. Es dauerte nicht ganz eine halbe Stunde bis wir vom Röntgen zurück in der Notaufnahme waren um das Ergebnis zu erfahren. Nach wenigen Minuten schon wurde mein Sohn aufgerufen. Meine Erwartung das nun ein Arzt uns am Röntgenbild erklären würde wie die Diagnose ausgefallen sei wurde jedoch enttäuscht. Ein sehr freundlicher Pfleger Hr. M. Empfing uns und sagte es sei wie vermutet ein Bruch und es sei für die nächsten vier Wochen ein Gips zu tragen.

Einen Arzt sahen wir nicht mehr, und so weiß ich immer noch nicht ob es sich um einen einfachen oder komplizierten Bruch handelt.

Immer wird bei solchen Vorkommnissen mit plötzlichen Notfällen argumentiert. Als wenn ein Krankenhaus nicht darauf ausgelegt sein muss. Da könnte ja auch die Feuerwehr sagen sie sei nicht auf einen Brand vorbereitet. Schon eine einfache Änderung in der Organisation (bei Überweisung mit Verdachtsdiagnose direkt zum röntgen) hätte uns diesen Ärger erspart.

Solange Ärzte nicht begreifen das sie neben der medizinischen Behandlung auch die Organisation in Griff haben müssen sind dies für mich Versager ins weiß!